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Snapchat

Den Online-Dienst Snapchat gibt es erst seit dem Jahr 2011. Trotzdem prophezeien manche Beobachter, dass Snapchat dazu in der Lage sein könnte, Facebook beim jungen Publikum den Rang abzulaufen. Im September des Vorjahres wurden alleine 350 Millionen Nachrichten täglich verschickt. Die proprietäre App für Smartphones und Tablet-PCs ermöglicht den simplen Versand von Fotos an die eigenen Freunde. Die Bilder sind bei den Empfängern für eine bestimmte Anzahl an Sekunden sichtbar. Danach haben Anwender ohne technisches Wissen keine Möglichkeit mehr, sich die Bilder anzusehen. Für technikaffine Benutzer ist es hingegen kein Problem, alle ausgeblendeten Fotos sichtbar zu machen.

Wurden früher ausschließlich Fotos oder auch Nacktbilder darüber verschickt, so haben die Betreiber die Möglichkeiten ihres Dienstes erweitert. So veröffentlicht zum Beispiel die Washington Post dort politische Nachrichten. Seit der Einführung von Snapchat Stories kann man seine Follower durch sein Leben führen. Wer möchte, kann seit Ende August eine Art visuelles Tagebuch erstellen, welches eine eigene Geschichte erzählt. Diese Fotos werden im Gegensatz zu den Momentaufnahmen bis zu 24 Stunden aufbewahrt. Wer nichts verpassen möchte, muss dennoch mindestens einmal täglich nachschauen, ob es etwas Neues gibt. Einigen Jugendlichen wird nachgesagt, dass sie geradezu süchtig nach dieser App sind und sie mehr oder weniger permanent benutzen

WhatsApp

Mit 500 Millionen Nutzern ist WhatsApp weltweit die klare Nummer eins unter den Mobile Messaging-Diensten, allerdings bestehen regional Unterschiede. Während in Deutschland zum Beispiel 35 Prozent der mobilen Internetnutzer auf WhatsApp setzen, ist der Dienst in China so gut wie bedeutungslos. Für das Marketing in westlichen Ländern, so artegic, wird WhatsApp mehr und mehr zu einem unverzichtbaren Kanal in der Kommunikation mit mobilen Nutzern. Für den Versand von Werbung eigne sich der Dienst jedoch nicht, da dies in den Regeln des Dienstes untersagt wird. Der Versand von Transaktionsnachrichten hingegen ist aber möglich.

Auf diesem Weg öffnen sich verschiedenste Einsatzgebiete für WhatsApp im Marketing: Abholbenachrichtigungen im Multichannel-Handel, Zufriedenheits-/Feedback-Befragungen am PoS oder Service-Informationen aus Kundenkarten-/Loyalty-Programmen, auch in Verbindung mit Geofencing- oder Geo-Location-Funktionen, sind nur einige Beispiele. Artegic empfiehlt hier, WhatsApp nicht als autonomen Kanal zu betrachten, sondern als weiteren Touchpoint im Gesamtkontext der digitalen Kommunikation. So könne WhatsApp im richtigen Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen wichtige Impulse im persönlichen Lifecycle-Dialog mit dem Nutzer setzen.

WeChat

Besonders in China erfreut sich WeChat, das dort den Namen Weixin trägt, großer Beliebtheit. Von den insgesamt gut 400 Millionen Nutzern kommen drei Viertel aus der Volksrepublik. Verglichen mit WhatsApp hat WeChat wesentlich mehr Funktionen. So können neben dem Versand von Text- und Multimedianachrichten Nutzer und auch Unternehmen umfangreiche Profile anlegen, ähnlich wie bei Facebook. Und: WeChat erlaubt den Versand werblicher Nachrichten. Unternehmen können also nicht nur Service- und Transaktionsnachrichten verschicken, sondern darüber hinaus (individualisierte) Produktangebote, Werbetexte, Coupons oder Rabattcodes. Die Integration von Multimedialementen erlaubt zudem den Versand von Video-Produktpräsentationen oder Filmtrailern. WeChat plane zudem zukünftig eine stärkere Integration von E-Commerce Angeboten, berichtet artegic. Wie diese genau aussehen wird, sei noch nicht bekannt, vorstellbar seien aber zum Beispiel Shops direkt in den Unternehmensprofilen.

Skype

Der zu Microsoft gehörende Dienst Skype hat etwa 300 Millionen Nutzer. Zwar ist er in erster Linie für seine Voice-Over IP Telefonie bekannt, er verfügt jedoch auch über einen integrierten Messenger, mit dem Text-, Bild- und Videonachrichten versendet werden können. Im Gegensatz zu WhatsApp und WeChat gibt es von Skype neben einer mobilen auch eine Desktop-Version. Mit dem sogenannten Skype Manager können Unternehmen mehrere Business-Accounts verwalten. Auch die kommerzielle und werbliche Kommunikation ist möglich. Skype weist dabei in seinen AGBs noch einmal explizit auf die Notwendigkeit eines Opt-Ins hin.

Line & KakaoTalk

Line ist ein japanischer Messaging-Dienst (als Mobile und Desktop-Version verfügbar) mit aktuell etwa 230 Millionen Nutzern weltweit. Neben Japan ist er unter anderem in Thailand, Indonesien, Mexiko aber auch in Spanien sehr beliebt. Eine Besonderheit von Line ist ein Facebook-ähnlicher Newsfeed, in dem Nachrichten von Kontakten angezeigt werden. Ansonsten ähnelt Line vom Funktionsumfang WeChat. Der Versand kommerzieller Nachrichten ist ebenfalls erlaubt.

Vergleichbar mit Line und WeChat ist auch der südkoreanische Dienst KakaoTalk, der Nutzer sogar explizit dazu einlädt, den Profilen von Unternehmen zu folgen. KakaoTalk hat etwa 140 Mio. Nutzer weltweit, die meisten davon im asiatischen Raum, insbesondere in Südkorea, Japan, Indonesien, Malaysia, Vietnam und den Philippinen.